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Erneute erfolgreiche Durchführung der Schulworkshops "KI & Diskriminierung"

Zu sehen sind zwei Personen vor einer Präsentation, deren vorstellen sie vorbereiten. Zoom

Nach dem ersten erfolgreichen Durchlauf im Sommer 2025 fanden vom 13.-15. Juli zum zweiten Mal die vom DIID konzipierten Workshops für Schüler*innen zum Thema „KI & Diskriminierung“ statt. Insgesamt drei Schulklassen á etwa 25 Schüler*innen des Düsseldorfer Görres-Gymnasiums erarbeiteten innerhalb des fünfstündigen Workshops Inhalte und Fähigkeiten für einen verantwortungsvollen Umgang mit KI und wie diese Anwendungen diskriminierende Strukturen fördern können. 

KI prägt zunehmend unsere Gesellschaft und wird in absehbarer Zukunft zu grundlegenden Veränderungen in allen Lebensbereichen führen. So sind viele KI-Anwendungen wie ChatGPT und viele weitere bereits gängige Tools für junge Schüler*innen. Ob diese Veränderungen für alle Menschen gleichermaßen gewinnbringend sein werden, hängt auch von einer gelungenen ethischen Reflexion ab. Der Workshop „KI & Diskriminierung“ entstand dabei durch die konzeptionelle Weiterentwicklung des DIID-Lehrprojekts „Ethische Fragen der Künstlichen Intelligenz“. Das ursprüngliche Format einer 90-minütigen Schulstunde wurde dabei zu einem fünfstündigen Workshop ausgebaut und auf die Bedarfe von Schüler*innen der Jahrgangsstufe acht bis elf angepasst. Inhaltlich befasste sich der Workshop mit dem Begriff der Diskriminierung und verband diesen mit der Vermittlung grundsätzlicher Funktionsweisen algorithmischer Entscheidungen. Moralische Entscheidungen wurden mittels der „Moral Machine“ praktisch erprobt und in der Gruppe diskutiert. Auf diese Weise wurde das Verständnis der Schüler*innen für Chancen und Risiken durch den wachsenden Einsatz von KI sowie ihre Fähigkeit für einen kritischen und verantwortungsbewussten Umgang mit diesen Systemen gestärkt - eine zentrale Kompetenz für die Zukunft junger Menschen in einer zunehmend digitalisierten Gesellschaft.

Durchgeführt wurden die Workshops durch die DIID-Mitarbeiter*innen Till Fahnenstich, welcher federführend für die inhaltliche Konzeption des Workshops verantwortlich war, und Anna Linstaedt. Didaktisch fußten die Workshops sowohl auf persönlich-dialogischen als auch digital-interaktiven Formaten. Nach dem Vorbild des bewährten Bonbon-Modells nach Rolf Sistermann wurden die Schüler*innen zunächst zu intuitiven Ideenfindung angeregt und schließlich zu wissenschaftlichen Standpunkten zur Problemlösung angeleitet. Dazu erhielten die Schüler*innen eine Einführung in die technologischen Grundlagen von KI und überlegten, welche diskriminierenden Mechanismen diesen zugrunde liegen könnten. Philosophische Gedankenexperimente wie das „Trolley-Problem“ und die „Moral Machine“ dienten als konkrete Anknüpfungspunkte für ethische Dilemmata. Die anschließenden Besprechungen im Plenum zu der Frage, ob die Schüler*innen selbst durch ihre Entscheidungen diskriminierten oder nicht, wurden dabei lebhaft diskutiert.

Im letzten inhaltlichen Abschnitt des Workshops ging es um die Fragen, wie und warum KI überhaupt diskriminiert. In diesem Zuge wurden den Teilnehmenden die Grundsätze des Machine Learnings anhand der „Teachable Machine“ nahegebracht. Die praxisnahe Heranführung demonstrierte den Schüler*innen die konkreten Folgen von systematischen Verzerrungen in Trainingsdaten. Im Plenum erkannten die Teilnehmenden den Zusammenhang von diskriminierenden Tendenzen in der Gesellschaft und dessen Abbild innerhalb genutzter Datensätze zum Training von KI-Systemen. 

Die Workshops endeten jeweils mit einem kurzen Quiz, welches das im Workshop vermittelte Wissen abfragen sollte, sowie mit einer Feedbackrunde an die Workshopleitenden. Insgesamt konnten die Workshops allen teilnehmenden Schüler*innen neue Kenntnisse und Fähigkeiten im Umgang mit KI vermitteln. So boten die Workshops einen inhaltlichen und interdisziplinären Mehrwert zu bereits im Unterricht vermittelten Inhalten.

Mit dieser zweiten Durchführungsphase des Workshop-Konzeptes konnte nahtlos an die erfolgreiche Erprobungsphase angeknüpft werden. Alle Beteiligten zogen eine positive Bilanz und zeigten sich äußerst zufrieden. Wir bedanken uns bei allen Klassen und Lehrkräften für ihre engagierte und interessierte Mitarbeit!

 

Autor/in: Dr. Dennis Frieß