Das Forschungsprojekt „Digitales Community Management: Potenzial für demokratische Institutionen“ ist gestartet. Ziel des Projekts ist es zu untersuchen, wie staatliche Institutionen – von Kommunen über Behörden bis hin zu Ministerien – durch gezieltes Community Management zu einem konstruktiveren demokratischen Diskurs in digitalen Räumen beitragen können.
Das Projekt wird vom Düsseldorfer Institut für Internet und Demokratie (DIID) in Kooperation mit der Agora Digitale Transformation (ADT) umgesetzt. Ermöglicht wird die Durchführung durch eine Zuwendung der Agora Digitale Transformation in Höhe von rund 100.000 Euro, mit der das DIID das Vorhaben realisieren kann.
Hintergrund des Projekts ist der grundlegende Wandel öffentlicher Kommunikation durch die Digitalisierung. Polarisierung, Desinformation und aggressive Diskussionskulturen prägen zunehmend digitale Debatten. Während staatliche Reaktionen bislang vor allem auf Regulierung setzen, nimmt das Projekt eine andere Perspektive ein: Es fragt danach, wie staatliche Kommunikation selbst dialogorientierter, partizipativer und vertrauensfördernder gestaltet werden kann.
Im Zentrum steht dabei Community Management als proaktiver Ansatz öffentlicher Kommunikation. Dieser geht über reine Moderation hinaus und zielt darauf ab, Bürger :innen aktiv einzubinden, Austausch zu fördern und digitale Diskursräume konstruktiv zu gestalten. Trotz seiner wachsenden Bedeutung ist staatliches Community Management bislang kaum systematisch erforscht – eine Lücke, die das Projekt schließen möchte.
Untersucht wird Community Management aus vier Perspektiven: seinem Beitrag zu demokratischen Diskursen, dem Status quo staatlicher Social-Media-Kommunikation, den Erwartungen der Bürger:innen sowie den Herausforderungen und Best Practices von Community-Manager:innen. Methodisch setzt das Projekt auf ein Mehrmethodendesign, das unter anderem Inhaltsanalysen, Fokusgruppeninterviews und Leitfadeninterviews umfasst.
Das auf 14 Monate angelegte Projekt ist im November 2025 gestartet. Auf Seiten des DIID wird es von Prof. Dr. Marc Ziegele und Dr. Dennis Frieß koordiniert, Anna-Maria Linstaedt ist als wissenschaftliche Mitarbeiterin beteiligt. Bei der Agora Digitale Transformation verantworten Dr. Vivien Benert und Dr. Torben Klausa das Projekt.