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Wiederholt getäuscht? Identifikation, Wirkung und Abwehr plattformübergreifender politischer Desinformation im Alltag von Jugendlichen und Heranwachsenden (WIEGE)

Jugendliche und Heranwachsende nutzen soziale Medien wie TikTok, Instagram oder YouTube intensiv zur Information über politische Themen. Gleichzeitig sind sie dadurch einem erhöhten Risiko ausgesetzt, mit politischer Desinformation in Kontakt zu kommen – oft nicht nur einmal, sondern wiederholt und über verschiedene Plattformen hinweg. Dieser plattformübergreifende Kontakt kann die Wirkung von Desinformation verstärken und langfristig Einstellungen und Überzeugungen prägen. 

Das Verbundprojekt WIEGE untersucht erstmals systematisch, wie politische Desinformation plattformübergreifend verbreitet wird, welche Wirkungen sie auf junge Menschen hat und wie wirksame Gegenmaßnahmen gestaltet werden können. Ziel ist es, die Resilienz von Jugendlichen und Heranwachsenden gegenüber Desinformation zu stärken und damit einen Beitrag zum Schutz demokratischer Prozesse zu leisten. 

Dazu verfolgt das Projekt einen interdisziplinären Ansatz an der Schnittstelle von Kommunikationswissenschaft, Informatik und Bildungsforschung. In einem ersten Schritt wird eine offene, nachhaltige Datenbasis aufgebaut, die Desinformationsinhalte aus verschiedenen Plattformen zusammenführt. Darauf aufbauend werden KI-gestützte Methoden entwickelt, um plattformübergreifende Muster und Strategien von Desinformation automatisiert zu erkennen. 

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Untersuchung der Wirkungen solcher Inhalte: In Befragungen und Experimenten wird analysiert, wie wiederholter Kontakt mit Desinformation aus unterschiedlichen Quellen die Wahrnehmung von Glaubwürdigkeit, politische Einstellungen und Verhaltensweisen junger Menschen beeinflusst. Auf Basis dieser Erkenntnisse entwickelt das Projekt schließlich zielgruppenspezifische Gegenmaßnahmen. Dazu zählen unter anderem Bildungsangebote für Schulen, digitale Lernmaterialien sowie Social-Media-Inhalte, die Jugendliche direkt in ihrem Medienalltag erreichen und ihre Medienkompetenz stärken. 

Das Projekt wird im Verbund von Wissenschaft und Praxis umgesetzt. Die Initiative für das Vorhaben ging aus dem Düsseldorfer Institut für Internet und Demokratie (DIID) hervor, an dem mehrere der beteiligten Wissenschaftler:innen assoziiert sind. Das Verbundprojekt wird von Forschenden der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften und der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz getragen. Hinzu kommen die Praxispartner tech & teach und das Content-Netzwerk funk. Gefördert wird das Projekt durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Rahmen der Förderbekanntmachung „Vertrauen in Demokratie und Staat: Digitale Desinformation erkennen und abwehren“. Die Projektlaufzeit beträgt drei Jahre (April 2026 bis März 2029). Das Gesamtvolumen des Verbundprojekts beläuft sich auf rund 2,1 Millionen Euro.

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Thomas Zerback